Chronik

Vor der Gründung einer Feuerwehr in Epfenbach war es üblich, dass die vor Bürgermeister ernannten Löschmannschaften sich bei einem Alarm sofort am Rathaus anzutreten hatten. Die Alarmierung erfolgte damals über das ungleichmäsige läuten der Kirchenglocken, auch stürmen genannt. Die Löschmannschaften gingen dann mit den Feuerspritzen mit Handpumpbetrieb vor und wurden von Frauen, Jugendlichen und Schulkindern der oberen Klassen unterstützt, die eine Wasserförderkette vom nächstgelegenen Brunnen zum Brandherd bildeten. Das Wasser wurde mit Eimern aus Hanf oder Leder, die von Hand zu Hand gingen, aus dem Brunnen in die Pumpe befördert. Erst mit der einführung der Wasserleitung wurde dieser Brauch geändert.

Eine Gemeinderatssitzung im Jahre 1926 erbrachte den Beschluss zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Bis zum Ende des Jahres lagen aus der Bevölkerung 55 Anmeldungen vor, so dass am 06. Dezember 1926 die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Epfenbach stattfinden konnte. In der ersten Satzung wurde festgelegt, dass jedes aktive Mitglied 20 Pfennige, jedes Passive 40 Pfennige Beitrag pro Jahr zu zahlen habe.
In den Jahren des 2. Weltkrieges wurde die Wehr nach und nach durch die Einberufung der Männer zum Kriegsdienst dezimiert. Die Mannschaft wurde allerdings immer wieder durch Freiwillige aufgefüllt, die in der Heimat verblieben waren. Im Jahre 1944, beim Fleigerangriff auf Mannheim, wurde ein Löschzug der Epfenbacher Feuerwehr zu „Einsätzen mit der Motorspritze“ mit einem LKW nach Mannheim befohlen. Was die Kameraden dort vorfanden war ein wahres Inferno.


Quelle: Epfenbach ein Streifzug durch die Vergangenheit

Die Gründungsmitglieder der Epfenbacher Wehr,beim Feuerwehrfest 1952

Gegen Ende des Krieges, der Altersdurchschnitt der Wehr wurde durch den Krieg immer weiter erhöht, entschied man im Feuerwehrausschuss und im Gemeinderat, dass die Wehr durch junge Frauen und Mädchen verstärkt werden solle. Für diesen Zweck fanden sich innerhalb kürzester Zeit immerhin 22 junge Frauen.

Das Gerätehaus war seit der Gründung der Wehr im Rathaus in der Ortsmitte untergebracht. Im Zuge des Rathausumbaus eröffnete sich die Möglichkeit das Feuerwehrgerätehaus auszulagern. Dies wurde dann auch getan und die Feuerwehr wurde in einen Anbau den Rathauses untergebracht. Dieses konnte dann im Jahr 1967 seiner Bestimmung übergeben werden. Dabei feierte die Wehr dann auch gleich ihr 40-jähriges Bestehen und die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs einem TSF mit Staffelbesatzung, Schlauchmaterial und einer TS 8. Dieser „Schatz“ wurde lange Jahre bewahrt und erst 1998 aus „Altersgründen“ ausgemustert. Bei diesem Fest konnten wir sage und schreibe 3000 Feuerwehrkameraden unsere Gäste nennen.

Bei der Generalversammlung 1970 wurde Karl Emmerich zum Kommandanten der Wehr gewählt und Karl Seel zum Ehrenkommandanten ernannt. Seit 1983 ist Reinhard Emmerich Kommandant der Wehr.


Quelle: Epfenbach ein Streifzug durch die Vergangenheit

Feuerwehrkomandant Karl Seel (im Hintergrund Bgm.
Arnold) bei einer Übung auf der Neidensteiner Straße

1983 wurde das immerhin schon 16 Jahre alte TSF unserer Wehr durch ein neu angeschafftes LF 8 verstärkt, um Brände noch schneller und wirkungsvoller zu löschen und vor allem um mit dem Hilfeleistungssatz auch für Verkehrsunfälle gewappnet zu sein.

1998 wurde dann ein neues LF 16/12 angeschafft, das nicht nur das altersschwache Tragkraftspritzenfahrzeug ersetzen sondern auch die Wehr in Einsätzen der Technischen Hilfeleistung schlagkräftiger machen sollte. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde das Fahrzeug im April 1998 an die Wehr übergeben. Zur Zeit ist geplant, ein Mannschaftstransportwagen anzuschaffen, was allerdings aufgrund des nicht bewilligten Zuschusses noch einige Jahre dauern kann.

Die aktive „Einsatzwehr“ besteht derzeit aus 44 Personen unter denen auch bereits drei weibliche Mitglieder sind. Erwähnenswert ist auch noch, dass heute bereits 50 % der aktiven „Einsatzwehr“ aus ehemaligen Jugendfeuerwehrmitgliedern besteht.