Tag der offenen Tür

Erstellt von FHafner am Juni 22nd, 2017

Absoluter Höhepunkt vom „Tag der offenen Tür“ bei der Freiwilligen Feuerwehr war die Übergabe des neuen Mittleren Löschfahrzeugs (MLF). Aus diesem Anlass gab es zum Auftakt einen ökumenischen Gottesdienst in der Fahrzeughalle, den Pfarrerin Ulrike Walter von der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer Joachim Maier von der katholischen Kirchengemeinde hielten. Dabei stellte Pfarrerin Walter in ihrer Predigt den Leitspruch der Feuerwehr „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ in den Mittelpunkt. Sie führte den früheren Werbetext „Mein Auto, mein Haus, mein Boot“ an, wo jeder den anderen übertrumpfen will. Die Jünger debattierten darüber, wer der Größte sei. Jesus erwiderte, dass wir die Letzten und uns für eine „Drecksarbeit“ nicht zu schade sein sollten. Jesus war sich nicht zu schade, den Jüngern die Füße zu waschen und wurde damit ihr Diener. Bei der Feuerwehr geht es auch darum, sich für die Schwachen und Hilfsbedürftigen einzusetzen. Die Wehrangehörigen setzen ihr Leben auf das Spiel und machen Drecksarbeit, sei es bei Bränden, Verkehrsunfällen oder Unwetterkatastrophen. Der Brand in einem Hochhaus in London habe wieder deutlich gezeigt, welchem Druck die Feuerwehrmänner und –frauen ausgesetzt sind. Wichtig sei es, den Egoismus beiseite zu legen. Es gehe nicht darum, den anderen zu übertrumpfen, sondern Größe zu zeigen, indem man seinen Platz in der Gruppe ausfüllt und sein Bestes gibt. Pfarrer Joachim Meier weihte das neue Feuerwehrfahrzeug und in einem gemeinsamen Fürbittengebet, bei dem einige Wehrangehörigen mitwirkten, wurde u.a. der Schutz bei Einsätzen erbeten. Die Kollekte erbrachte 475 Euro für die Jugendfeuerwehr.

Auch Bürgermeister Joachim Bösenecker stellte nach dem Gottesdienst die Übergabe des neuen MLF in den Mittelpunkt. „Es war Zeit, dass das betagte LF 8 nach 34 Jahren abgelöst wurde. Den Anspruch an Effizienz und Sicherheit bot das Fahrzeug nicht mehr und gerade bei schwierigen Einsätzen zählt jede Sekunde. Trotz schwieriger Haushaltslage haben wir die Mittel eingestellt und müssen noch einen mächtigen Brocken von ca. 100.000 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen“ meinte das Ortsoberhaupt, das von einer guten Fahrzeugwahl sprach. Kommandant Oliver Kohlhepp ging noch einmal kurz auf den Werdegang von den ersten Gedanken im Jahr 2009 bis zur endgültigen Beschaffung ein. Kreisbrandmeister Udo Dentz meinte, dass die Fachförderung des Landes zeige, dass diese Investition wichtig und richtig gewesen sei. Ein symbolischer Schlüssel in Form eines Hefeteiges wurde übergeben und Bürgermeister Bösenecker stach das von der Heidelberger Brauerei gestiftete Fass Freibier gekonnt an.

Die Feuerwehr hatte außerdem folgendes im Programm: Erklärung der Sirenensignale, Fahrzeugausstellung, Möglichkeit, die Sicherheitsfahrzeugblätter des ADAC auszudrucken, Überprüfungen der Feuerlöscher, Vorführung von Fett- und Spraydosenexplosionen. Außerdem fand eine Löschübung der Kidsfeuerwehr, unterstützt von der Jugendfeuerwehr, im Rathaus-Container statt, wobei das Jugendrotkreuz die Verletztenversorgung übernahm. Die Absturzsicherungsgruppe hatte auch eine Vorführung parat. Die Absturzsicherung ist noch ein recht junges Aufgabengebiet der Feuerwehr. Kameraden der Wehren aus Epfenbach, Spechbach und Reichartshausen üben hier gemeinsam. Die Übung zeigte, wie ein Verunfallter aus einem Gerüst gerettet wird, wobei die eingesetzten Kameraden unter enormer psychischer und physischer Belastung stehen. Mit Hilfe einer Schleifkorbtrage und eines Flaschenzuges wurde die Bergung vorgenommen. Nicht nur die Feuerwehr, sondern auch die anderen Institutionen, welche im Gerätehaus untergebracht sind, wirkten wieder mit. Die Landfrauen boten Kaffee, Eiskaffee und Kuchen, selbstgemachte Liköre und Honig an und hatten eine Kunstausstellung aufgebaut. Der Musikverein spielte in der über den gesamten Tag sehr gut besuchten Fahrzeughalle zur Unterhaltung auf und einige Mitglieder halfen bei der Bewirtung mit. Das DRK präsentierte seine Arbeit und organisierte für die Kinder eine Hüpfburg, eine Malecke und ein Glücksrad.